Offener Brief an das Sportamt Innsbruck
31.08.2025

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir wenden uns heute als einer der drei aktiven Squashvereine Innsbrucks mit einem dringenden Anliegen an Sie. Die aktuelle Hallensituation für den Squashsport in Innsbruck hat sich in den vergangenen Wochen dramatisch verschärft und stellt eine akute Bedrohung für die Zukunft unseres Vereins – und des Squashsports in der Landeshauptstadt generell – dar.
Diese Entwicklung kam keineswegs überraschend. Die kritische Lage war seit Langem absehbar und wurde sowohl von den Innsbrucker Vereinen als auch vom Tiroler Squashverband wiederholt gegenüber der Stadt Innsbruck thematisiert. Trotz mehrerer Interventionen und klarer Hinweise ist seitens der Stadt bislang keine spürbare Reaktion erfolgt – weder in Form kurzfristiger Übergangslösungen noch durch konkrete Maßnahmen zur langfristigen Sicherung unserer Sportart.
Bis vor Kurzem standen in Innsbruck insgesamt zehn Squashcourts zur Verfügung. Mit dem Abriss der Courts in der Hunoldstraße – einem zentralen Trainingsstandort, der auch von Studierenden und Schulklassen im Rahmen des Schulsportservice genutzt wurde – sind vier Courts weggefallen. Weitere vier Courts auf der Sportanlage Penz (bei der USI) stehen aufgrund fehlender Pächter derzeit auf unbestimmte Zeit nicht zur Verfügung. Aktuell verbleiben lediglich zwei Courts am Stadlweg, die stark ausgelastet sind und den laufenden Trainings-, Liga- und Turnierbetrieb bei weitem nicht abdecken können.
Unser Verein, die Veldidena Boasters, zählt derzeit 52 Mitglieder, darunter 11 Jugendliche, die regelmäßig trainieren und aktiv an Turnieren sowie Ligabewerben teilnehmen. Besonders stolz sind wir auf unsere Eigenbauspieler*innen, die seit Jahren zu den erfolgreichsten Athlet*innen Österreichs zählen. Wir sind der derzeit erfolgreichste Squashverein des Landes und vertreten Innsbruck mit großem Engagement auf Landes-, Bundes- und sogar internationaler Ebene – unter anderem auch in Kooperation mit bayerischen Teams.
Wir wissen, dass Squash eine sogenannte Randsportart ist. Aber gerade deshalb darf sie nicht hintenangestellt werden. Sportliche Vielfalt, Nachwuchsförderung und das Engagement ehrenamtlicher Vereine sind tragende Säulen des Innsbrucker Sports. Der Status einer Randsportart darf kein Kriterium für die (Nicht-)Berücksichtigung bei Infrastrukturentscheidungen sein.
Zukunftsorientiert und olympisch: Ab 2028 wird Squash erstmals olympisch sein – ein bedeutender Meilenstein für unsere Sportart. Besonders erfreulich ist, dass mit Jackie Peychär eine Innsbruckerin reale Chancen auf eine Olympia-Teilnahme hat. Ebenso Daniel Lutz, Spitzenspieler und Nummer 1 in Österreich aus Salzburg, der regelmäßig mit unseren Topspielern trainiert und auch für uns in der Tiroler Liga antritt, ist aktiv in unseren Vereinsbetrieb integriert. Diese Entwicklungen zeigen: Squash in Innsbruck ist nicht nur Breitensport, sondern auch ein ernstzunehmendes Förderumfeld für Spitzensport.
Die derzeitige Hallensituation bedroht all das massiv: Unsere Bundesliga-Teilnahme steht ebenso auf der Kippe wie die geplante Integration unserer Jugendspieler*innen in den bayerischen Ligabetrieb. Nachwuchskooperationen mit Schulen und Vereinen können kaum mehr aufrechterhalten werden. Ohne kurzfristige Lösungen und eine langfristige Perspektive droht nicht nur ein Aderlass im Nachwuchsbereich, sondern mittelfristig das vollständige Aus unseres Vereins.
Wir bitten das Sportamt daher mit Nachdruck um Unterstützung – sei es durch die Vermittlung geeigneter Übergangsmöglichkeiten, Hilfe bei der Suche nach Trainingsmöglichkeiten oder durch die verbindliche Einbeziehung des Squashsports in die zukünftige Sportstättenplanung der Stadt Innsbruck.
Für ein persönliches Gespräch stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung und würden uns über eine rasche Rückmeldung sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Florian Gastl
Obmann Squash Club Veldidena Boasters